September 21, 2021

Ein weiterer Tag in Windhoek bevor es nach Süden zum Sossusvlei geht. Zweiter Versuch die „Traffic Registration Number License“ zu bekommen. Währenddessen baut Mark mir den neuen Zug zur Öffnung der Motorhaube ein. Leider bin ich auch diesmal nicht besonders erfolgreich mit der Registrierung und das macht mich dezent wahnsinnig. Sieht nicht so aus als wäre Windhoek mir wohlgesonnen.

Also mache ich mich in aller Ruhe auf nach Walvis Bay an der Atlantikküste für einen erneuten Versuch, liegt eh auf dem Weg. Ich kontaktiere Mathieu Connor von Mat-Travel, der mir bestätigt „It‘s no problem man, we‘ll do it nice and easy, just come“. Also auf in die Walfischbucht.

Es geht aber zuerst nach Südwesten über Rehoboth zum Tagesziel, der Namibgrens Guest Farm. Der Landrover frisst sich Kilometer um Kilometer über Schotterpisten und durch eine karge Gerölllandschaft bis nach Nauchas und von dort zum Camp.

Im Namib-Naukluff-Nationalpark

Die Location ist schön zwischen Hügeln gelegen, mein Camp liegt etwas oberhalb am Hang so dass ich einen super Ausblick habe. Ein paar Stufen erhöht ist eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheiten, Braai und Spülbecken mit fließend Wasser. Ein richtig coole Outdoorküche mit Blick über das Tal. Der ganze Spaß kostet N$ 200,- was absolut okay ist. Feuerholz kann gekauft werden.

Am nächsten Tag geht es dann über den Spreetshoogte Pass mit ziemlich spektakulären Ausblicken auf den Namib Naukluft Nationalpark. Bei teilweise 22% Gefälle und engen 180 Grad Kurven muss man ein bißchen aufpassen, aber der Pass ist – wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen – gepflastert. Was bitte nicht zum schnellfahren verleiten soll, zweiten Gang rein und aufpassen! Am Fuße des Passes geht es für mich dann weiter über Solitaire und von dort nach Sesriem. Beides übrigens keine Ortschaften wie mir die Karte suggeriert. Solitaire ist mehr eine Tankstelle mit Shop, Bäckerei und Bar, aber irgendwie cool gemacht. In Sesriem campe ich, um am nächsten Tag Sossusvlei und Deadvlei zu besuchen.

Heiße Hölle

Am Nachmittag mache ich mich auf zum Sesriem Canyon. Zu Fuß. Blöde Idee die 4.5 Kilometer zu laufen bei rund 38 Grad Celsius oder mehr. Den Canyon habe ich für mich alleine. Ist nett, aber kein riesiges Highlight – naja, wenn man schonmal da ist. Außerdem sind die Fliegen wiedermal nervig. Den Rückweg schenke ich mir, Wasser habe ich noch, daher suche ich mir ein schattiges Plätzchen und warte bis ein Auto kommt, das mich zurück zum Camp nimmt. Nach rund 45 Minuten habe ich Glück und ein britisches Päarchen auf Hochzeitsreise nimmt mich mit. Schwein gehabt.

Sossusvlei für mich alleine

Am nächsten Morgen geht gegen kurz nach sieben auf zum Sossusvlei ca. 60 Kilometer in die Namib hinein. Für die Touristen die in Bussen kommen hat man eine Teerstraße gebaut, die letzten 2-3 Kilometer wird dann in Geländewagen geshuttelt. Ich kann mit meinem Landrover den Offroad Trail weiterfahren, wäre eh kein Shuttle dagewesen.

Sossusvlei ist eigentlich nur ein vor tausenden von Jahren ausgetrocknetes Flußbett zwischen Dünen. Klingt ein wenig unspektakulär, aber hat schon etwas episches. So ohne die Horde von Touristen habe ich den Platz für mich, nur begleitet von nervigen Fliegen und zwei Oryx-Antilopen. Schon gewaltig und vor allem super still.
Auf dem Rückweg geht’s dann zum berühmten Deadvlei, gut einen Kilometer über Dünen in die Namib hinein. Ganz blöde Idee das auf dem Rückweg zu machen, es ist mittlerweile halb zehn, es sind 42 Grad Celsius und der Kilometer fühlt sich auf Sand an wie drei Kilometer. Und das ist nur der Hinweg. Es lohnt sich dann aber doch, die Landschaft ist wirklich einzigartig. Zwischen den vom Eisenoxid rot gefärbten Dünen schaut man auf ein fast strahlendweißes, ausgetrocknetes Flußbett auf dem schwarze und teils versteinerte Baumstümpfe stehen. Manche der Bäume sind wohl über 900 (!) Jahre alt.

Tipp des Tages

Auf dem Rückweg zum Auto möchte ich zweimal einfach sitzen bleiben und sterben, ist echt super anstrengend. Gut 20 Minuten und ein Liter Wasser später ist der Landrover in Sicht – geschafft! Tipp: Fahrt gleich morgens um 05:30 bei Parköffnung los und schaut Euch erst die Dune 45 an (oder geht hoch). Danach zum Deadvlei, dann den Rest. Und Minimum zwei Liter Wasser pro Person mitnehmen. Kopfbedeckung kann auch nicht schaden.

Den Rest des Tages chille ich einfach im Camp und genieße die Landschaft, morgen geht’s weiter …

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