September 21, 2021

Central Kalahari Game Reserve – San Pan Camp

Der frühe Vogel fängt den Wurm – auch heute gilt das wieder. Kurz vor sieben gibt es schon den ersten Kaffee und ein kleines Lagerfeuer – wir haben wiedermal rund fünf Grad Celsius. Dafür werden die Temperaturen über den Tag auf fast 30 Grad Celsius ansteigen.

Bevor es los geht noch kurz zu den Häusern der Locals, die mein Benzin mitgebracht haben. Einmal volltanken, kurz ein bisschen gequatscht und 30 Minuten später geht es um 08.00 Uhr los Richtung San Pan Camp. Übrigens, die Häuser, wo die Locals wohnen sind natürlich eingezäunt. Warum? Na, um sich  vor wilden Tieren zu schützen. Knaller, was? Die Einheimischen verbarrikadieren sich und uns Touristen lässt man ungeschützt in freier Wildbahn campen.

Gut, weiter im Text. Erstes Etappenziel sind die Piper Pans im Nordwesten des Parks. Gestern hat mir ein Ranger erzählt ich könnte mich auf 70 Kilometer tiefen Sand einstellen. Heute sagt mir jemand anderes, es wäre nur 30 Kilometer Sand, aber kein Tiefsand. Schätze ich muss das selber rausfinden, da man sich hier nicht einig ist und sich dauernd widerspricht. Kurz noch mal den Reifendruck auf 1,2 Bar nachjustiert und ab geht’s.

Nach wenigen hundert Metern beginnt der Sand. Ich probiere es im normalen Allradbetrieb. Tatsächlich ist der Sand nicht tief, es lässt sich gut fahren, auch wenn ich ordentlich am Lenkrad drehen muss. Trotzdem schön den Fuß aufs Gas und darauflassen. Hier spielt die Automatik Ihre Stärken aus, schalten hieße Geschwindigkeit verlieren und das wäre nicht so gut. Fast während der gesamten Fahrt schrammen wieder Büsche und Zweige an mein Auto. Am Ende des Tages hat es meinen linken Außenspiegel erwischt, ist zwar noch dran, lässt sich aber nicht mehr arretieren. Nach ca. 25-30 Kilometer wird der Sand weniger, nach 50 Kilometern bin ich wieder vollständig auf befestigtem Untergrund. War easy.

Weiter nach Norden lichtet sich auch allmählich das Dickicht, der Wind hat jetzt wohl die Chance den Sand wegzuwehen. Immer wieder geht es aus dem Busch heraus und über weite, nur von Steppengras bewachsenen Ebenen. Nach rund 65 Kilometern ist sie dann da, die Piper Pan. Es ist eine unendliche Weite, bis zum Horizont braun-gelbes Gras, nur vereinzelt sieht man Büsche und kleine Bäume. In der Vormittagssonne sieht die Ebene aus wie pures Gold. Sieht ziemlich cool aus.

Eine Herde Büffel grast friedlich vor sich hin, immer wieder sehe ich Oryx-Antilopen und Springbok. Auch Erdmännchen, Eichhörnchen und ein paar Dachse huschen gelegentlich über den Trail. Vom König der Tiere, von Geparden oder Elefanten ist nichts zu sehen. Auch an Tag vier herrscht hier Flaute. Aber die Landschaft ist der Knaller. Das sind Weiten, die wir in Europa nicht mal ansatzweise kennen. Wäre einen Flug mit der Drone wert, aber – sorry – ich bin zu faul das Teil auszupacken.

Ich verlasse die Ebene und nach ca. 30 Kilometern geht es links ab zu meinem gebuchten Camp. Das wären allerdings mit Hin- und Rückweg gut 80 Kilometer mehr, was  mir mit Hinblick auf meinen Benzinvorrat zu heikel ist. Der Landy muss zwar heute nicht so kämpfen wie in den letzten beiden Tagen und verbraucht auch weniger, aber man weiß ja nie. Ich entscheide mich geradeaus in Richtung Matswere Gate zu fahren und schlage mein Camp in Letiahau auf. Hab ich zwar nicht gebucht, aber die letzten drei Campsites waren auch komplett leer und die ersten zwei Autos seit vier Tagen habe ich vor einer Stunde gesehen. Und so bin ich dann auch in Letiahau ganz für mich alleine.

Wie bislang alle Camps gibt es hier genau nichts, nur ein sandiger Platz und schattenspendende Bäume. Auch wie an allen Camps liegt kaum Feuerholz herum. Wer von Süden kommt sollte um Xade herum sich schonmal bevorraten oder die Locals am Xade Gate fragen. Meist geht was.

So geht Tag vier im CKGR langsam zu Ende. Heute geht mir das alleine sein ein wenig auf den Keks. Denke nach drei Monaten Zivilisation in Pretoria und ständig Menschen um mich herum, muss ich mich erst mal wieder ans Reisen gewöhnen.

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