Januar 21, 2022

Über die Grenze nach Tansania

Vorletzter Tag meiner Zeit in Sambia, das Visum läuft aus. Der einzige offene Grenzübergang nach Tansania ist Tunduma im Norden. Davon habe ich einige Horrorgeschichten gehört. Aber ich hab keine Wahl und so geht es früh am Morgen die knapp 70 Kilometer über die Grenze nach Tansania.

Herrmann, den ich in Kasama kennengelernt habe, hat mir zwei Kontakte an der Grenze verschafft. Leider erreiche ich beide nicht und als ich einen Rückruf bekomme bin ich schon am Grenzposten. Kurz vor der Grenze winkt ein gut gekleideter junger Mann, läuft neben dem Auto her. So lerne ich Frank kennen, meinen Clearing Agent. Die Jungs helfen einem bei den Formalitäten, alles ganz offiziell.

Grenzübergang

Noch bevor ich über die Grenze nach Tansania kann, muss ich mein Auto auschecken. Der uniformierte Beamte kontrolliert mein Fahrgestellnummer, überprüft dann meine Daten am Computer. Nach ein paar Minuten ruft er freudestrahlend „It’s all good, you can go“. Meinen Originalbeleg für den Import nach Sambia will er behalten, ich soll eine Kopie mitnehmen. Dumm das sein Kopierer grad nicht geht. Also mit Frank in den nächsten Copy-Shop. Dort kopiert Frank auch gleich alle relevanten Unterlagen, so das ich die Originale wie Pass, Führerschein, Fahrzeugpapiere nie aus der Hand geben muss. Ich habe keine Kwacha mehr, Frankie-Boy zahlt. Cool.

Da in Kasama / Sambia die Maschine für den Covid Test defekt war, bin ich ohne zur Grenze gefahren. Dort wird eh nochmal ein Test gemacht. Also in den ersten Stock, die junge Dame dort hat ziemlich schlechte Laune und erklärt mir das der Schnelltest kostenfrei ist, ich aber $ 15,- für das Desinfizieren meines Autos zahlen muss. Ihre Laune wird nochmal deutlich schlechter, als ich frage warum das so ist und wozu es gut ist. Okay, dann wieder nett sein, mich unwissend stellen und interessierte Fragen stellen. Desinfizieren des Autos heißt, das mit einer Handpumpe irgendeine Flüssigkeit punktuell aufs Auto gespritzt wird. Einmal Motorhaube, Türen, zwei Reifen. Dauert keine 10 Sekunden und ist absolut sinnbefreit.

Dann zu Immigrations. In Sambi auschecken, in Tansania einchecken. Es wird ein Foto gemacht, alle Fingerabdrücke genommen. Ich darf wieder Platz nehmen, werde dann aufgerufen, zahle $ 50,- für mein Visum. Bamm … für drei Monate eingestempelt. Das ging schnell und einfach. über die Grenze nach Tansania

Einfuhr und Kosten

Frank drängt ein wenig, die Fahrzeug-Kontroleure sind da. Kritischer Faktor: Die Motornummer auf meiner Fahrzeugregistrierung stimmt nicht. Wird aber nur die Fahrgestellnummer kontrolliert. Dann will man noch schauen, ob alle Fenster aufgehen (???). Alle Taschen und Schubladen werden kontrolliert. Ich habe Batterieladegerät und Powerbank in der Fahrertür in Plastiktüten verpackt. Plastiktüten sind nicht erlaubt. Man darf nach Tansania keine Plastiktüten einführen. Find ich gut, Umweltschutz geht vor. Plastikflaschen sind aber okay und andere Plastikartikel auch. Könnte konsequenter sein, aber irgendwo muss man ja anfangen. Insgesamt verliere ich drei von unzähligen Plastiktüten die ich mit mir rumschleppe.

Fahrzeugkontrolle erfolgreich abgeschlossen. Frank verschwindet mit allen Papieren und 104.000,- tansanischer Schilling, ziemlich genau $ 45,-. Soviel kostet der Import meines Autos für zwei Monate, verlängern kann ich jederzeit.

Nach rund 2,5 entspannt verlaufender Stunden ist alles erledigt. Ich kann aus dem Grenzposten rausfahren, soll am Ausgang mein Temporary Import Permit noch vorzeigen. Interessiert aber niemanden, ich mache noch ein wenig Smalltalk mit den Grenzbeamten und dann bin ich endlich: In Tansania.

Chaos in Tansania

Mich erwarten bunte Menschenmassen direkt hinter der Grenze. Ein unglaubliches Treiben hunderter Marktstände, Straßenhändler, Busse, Autos, unzählige Motorräder die ganz irre modifiziert sind und kleine dreirädrige Taxis. Es ist die Hölle los. Eigentlich müsste ich in dieses Chaos eintauchen, aber ich bin ein wenig geschafft. Also geht es auf nach Mbeya zum nächsten Camp. Soll eine Stunde Fahrt sein. Ich brauche für die hundert Kilometer drei Stunden. LKWs, LKWs und nochmal LKWs, die im Schneckentempo die Hügel hoch und runter fahren.

Willkommen in Tansania …

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