Mai 28, 2024

Ich denke ich verliere mal ein paar Worte über das Thema Visa, Arbeits-und Aufenthaltserlaubnis. Möglicherweise für den ein oder anderen interessant. Eigentlich ist sowas immer ein Horrorszenario, den als Ausländer all die Vorgaben und Bestimmungen zu durchblicken ist nicht so leicht. Hinzu kommt, das die meisten „Offiziellen“ meist auch keine Ahnung haben … 😂.

Business VISA

Okay, da mein Touristenvisum auslief und ich ein „Business Visa“ brauchte um zu arbeiten, war das der erste Schritt. Das Business Visa bekommt man unproblematisch an größeren Grenzübergängen, in meinem Fall wäre das Tunduma an der Grenze zu Sambia. Würde heißen ca. 400 Kilometer zur Grenze zu fahren, in Sambia einreisen (und somit VISA, TIP, Roadtax, Carbontax, etc.) zu bezahlen, dann wieder nach Tansania rein, $ 250,- fürs Business VISA zahlen plus TIP fürs Auto. Plus Übernachtung irgendwo. In Summe um die $ 650,- Dollar. Mit diesem Visum kann ich dann drei Monate in Tansania arbeiten … aber ich kann während ich im Land bin weder die Arbeits- noch die Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Das müsste ich aus dem Ausland erledigen, ergo: Wieder ausreisen. Schwachsinnige Bürokratie!

Plan B war dann ein Business Visa „Special Pass“ zu beantragen. Klingt ziemlich wichtig und kostet daher auch $ 600,-. Abgesehen vom Namen ist fast alles identisch mit dem normalen Visa – willkommen in Afrika. Kleiner, feiner Unterschied: Ich kann die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung beantragen während ich im Land bin. Und das lässt man sich teuer bezahlen. Persönliche Meinung: Reine Abzocke! Da Plan B in Summe aber günstiger ist als Plan A habe ich nun das „Special Pass“ Ding. Die Mission fing schon beim Antragsformular an. Es muss das Formular für „Special Pass“ sein, nicht das fürs normale Business Visa. Da besteht man drauf! Stellt sich dann heraus, dass es dieses Formular gar nicht gibt. Somit reicht das Normale auf einmal doch aus.

Jede Menge Papierkram

Weiter geht’s. Nun ist die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung dran. Der Spaß kostet $ 5.000,- für zwei Jahre und kann um weitere 2 Jahre verlängert werden und verlängert werden und verlängert werden. Auch eine Gelddruckmaschine. Da ich in ein bestehende Geschäft investiere bekomme ich ein A-Grade Investor Visa. Das ist schonmal das Premium Visum und wird wesentlich einfacher genehmigt. Klar, der Muzungu kommt mit Kohle 😉. Interessanter Hinweis: Wer ein neues Geschäft eröffnen möchte, der muss die Kleingkeit von $ 600.000,- Dollar vorweisen. Nicht in Bargeld, aber doch als Vermögen, welches sukzessive nach Tansania überführt werden muss.

Wie nicht anders zu erwarten, werden eine Menge Formulare benötigt. Die komplette Liste habe ich hier verlinkt. Das Meiste ist – trotz Englisch – unverständlicher Kauderwelsch: „Sectoral Approvals/Permits/Registrations (where applicable) i.e. TMDA, TBS, ERB, NBAA, TCAA, CRB, LATRA, TASAC, …“. Na, alles verstanden 🤣. Das nenne ich Immigration leicht gemacht. Gottseidank übernimmt Louise alles für mich und nochmal Gottseidank kann die Beantragung seit zwei Jahren online erfolgen.

Passportfotos braucht man natürlich auch. Die müssen vor einem blauen Hintergrund sein, sonst gilt das nicht. Warum? Weiß niemand. Bartträger müssen sich aber wohl nicht rasieren. Außerdem darf man keine Brille tragen und muss ernst aussehen, Lächeln verboten.

BRELA Dingens

Bevor wir etwas beantragen können heißt es also Formulare und Bestätigungen zusammen zu sammeln. So brauche ich eine BRELA Bescheinigung. Was die Abkürzung bedeutet, weiß kein Mensch, aber übersetzt ist das soviel wie ein Handelsregistereintrag. Macht Sinn. Um das BRELA Ding zu bekommen, muss aber erstmal mein Anteil aufs tansanische Firmenkonto überwiesen werden. Eigentlich einfach … wenn nicht irgendein Automatismus meiner deutschen Bank die Überweisung gesperrt hätte. Auf Nachfrage erfahre ich, das mein Konto für Überweisungen außerhalb der EU nicht freigeschaltet ist, ich möchte die Freischaltung doch bitte persönlich bei einer Filiale der Sparkasse beantragen. Ich habe aber bereits Überweisungen nach Tansania und seit drei Jahren auch nach Südafrika getätigt. Immer wieder schön, wenn man mit Inkompetenz zu tun hat. Letztendlich stellt sich heraus, das mein Konto natürlich freigeschaltet ist und irgendein System die Überweisung aus „Sicherheitsgründen“ gesperrt hat. Danke an den großartigen Mitarbeiter der Auslandsabteilung der Kasseler Sparkasse, der mir hier hervorragend weitergeholfen hat.

Daumen drücken

So, abgeschweift. Mittlerweile bin ich im Handelsregister eingetragen, heißt die Beantragung der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung läuft. Wird auch höchste Zeit, den in ca. 2,5 Wochen bin ich illegal im Land. Der Knast in Tansania soll ja nicht sooo toll sein, schlimmer noch: Die geben Dir nichts zu essen. Kein Witz. Wenn da niemand was zu futtern vorbeibringt, wird’s blöd …

Gut … dann warten wir mal ab, ob alles auf den letzten Drücker noch klappt. Nächste Herausforderung: Mein Auto muss nach Tansania importiert werden. Denke, das ist wieder jede Menge Papierkram …

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