September 21, 2021

Verloren im Niemandsland – Tag 1

Auf geht’s nach Opuwo. Aber nicht zurück über Sesfontain, sondern den Hoarusib River Trail über Otjio – alles andere wäre zu einfach 😆. Tracks4Africa sagt mir das das eine schöne Offroad Strecke ist, im Camp bestätigt man mir das. Also los geht’s.

Die ersten 25 Kilometer sind wirklich cool. Schöne Piste durchs Flussbett, ich sehe Giraffen, Zebras und Antilopen. Laut Karte geht es dann geradeaus Richtung Khumib Riverbed, den Trail sehe ich aber nicht. Ist dank Corona wohl ach lange niemand gefahren. Also den Reifenspuren nach den Hoarusib entlang.

Wenige Kilometer später verpasse ich den Weg um ca. einen Meter und fahre mich im Sand fest. Also Schaufel raus und graben. Nach rund einer Stunde buddeln komme ich dank Sandblechen, Steinen und Ästen frei. Was ein Scheiß.

Das Gelände wird schwieriger und der Motor läuft heiß. Dann platzt mir der Kühlschlauch. Richtig Scheiße. Ich Flicke denn Kühlschlauch erstmal mit Panzertape. Richtiger Mist, denn der gesamte Motor ist superheiß, aber irgendwie hält das erstmal. Ich fahre weiter – was eine echte blöde Idee gewesen ist – und kippe literweise Wasser aus meinem Tank in den Kühler. Der nice rivertrail wird zu einem bad rivertrail.

Eine Stunde später habe ich den Landy wieder in tiefem Sand festgefahren. Diesmal auch noch in gefährlicher Schräglage, so das er kippen könnte. Nebenbei stelle ich fest, das ich bei einer fiesen Bodenwelle zwei meiner vier Jerry Cans verloren habe. Na super.

Am Rande der Verzweiflung sehe ich zwei Himba auf mich zukommen. Die beiden sind auf dem Weg zu ihrem Dorf was ca. zwei Kilometer entfernt ist. Die beide helfen mir den Wagen wieder fahrbereit zu machen und ich nehme die beiden soweit es geht mit zu Ihrem Dorf. Dann streikt der Landy wieder und es geht nicht weiter. Habe somit meine Campsite für die Nacht gefunden.

Einer der beiden Himba spricht ein paar Wörter Englisch und ich verstehe, das einer die Tagesreise nach Okandjombo laufen wird, um zu schauen ob es dort ein Auto gibt, was mich aus dem Canyon schleppen kann. Ich bleibe also da wo ich bin. Kochen fällt aus, habe keinen Hunger. Ich klappe das Zelt nicht aus und penne auf dem Vordersitz. Vielleicht wollte ich mir auch nur sagen „Mach es dir nicht bequem, sonst kommst Du hier nicht weg“.

Und so endet dieser Tag.

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