Juli 13, 2024

„Es war mehr als Freude und Begeisterung, nämlich richtig emotional!!“. Das schreibt Jenny von „weitgluecklich.com“ als Kommentar in meinem Block. Sie meint Afrika, im Speziellen Tansania. Ich muss den Satz einfach mehrfach lesen … ja, emotional, das ist es. Emotional. Sollte ich meine Reise in Afrika in einem Wort zusammenfassen müssen, ich glaube das wäre das richtige Wort: EMOTIONAL. Danke für die Inspiration.

Manchmal nehme ich mir die Zeit und blättere durch die Tausenden von Fotos die ich geschossen habe. Ein paar sind mir gut gelungen, retrospektiv blättere ich jedoch durch Emotionen und Erlebnisse. Das Bild ist nichts ohne die Geschichte dahinter. Beide sind unweigerlich verbunden. Es ist nichts ohne meine Gefühle, meine Gedanken. Und wenn ich Geschichten am Lagerfeuer erzähle, hoffe ich ein Bild bei meinen Zuhörern und Lesern erzeugen zu können. Eine Emotion – das wäre noch schöner …

Wenn ich mir die letzten 16 Monate ins Gedächtnis rufe, dann sind es Emotionen die ich erinnere. Es sind Begegnungen mit großartigen Menschen. Auch mit fantastischen Orten. Ich habe die Länder des südlichen Afrikas in der Corona-Pandemie bereist. Habe Orte gesehen, die man nie wieder so erleben wird. Alleine (!) im Soussusvlei in Namibia … sehr besonders. Sechs Tage völlig alleine in den unermesslichen Weiten der Central Kalahari in Botswana? Herausfordernd, aber ziemlich cool. Leider werde ich diese Orte – mein Afrika – nie jemanden so zeigen können, wie ich es erlebt habe. Die Momente sind nicht zurückzuholen.

Langzeitreisen. Das ist anders als Urlaub. Man ist kein Tourist. Das Erleben der Länder, die man bereist ist ein anderes. Ich erlebe Orte abseits touristischer Pfade, kann viel intensiver eintauchen. Kein Zeitlimit, das ist das Beste. Einfach noch ein bisschen bleiben, wenn es einem gefällt. Es ist ein tieferes Erleben, man lernt viel mehr, ist intensiver mit dem Land und seinen Menschen verbunden. Vielleicht ist es das, was Overlander treibt und motiviert.

Und dann, wenn man etwas tiefer eingetaucht ist, in eine Weile abseits des Tourismus und der schicken Safari Lodges gereist ist, die Welt der Supermärkte und Einkaufszentren hinter sich gelassen hat, dann – erst dann – ist man ein klein wenig in Afrika angekommen. Dann, wenn man alle Tiere schon gesehen hat, die Berge, Flüsse, Wasserfälle, wenn der nächste Nationalpark nur ein Nationalpark ist, dann lernt man ein anderes Afrika kennen.

Es ist ein Afrika voller verrückter Geschichten, voller Hoffnung. Ein Afrika voller Träume, von denen manche wahr werden. Andere nicht. Es ein Afrika voller Freude und Begeisterung. Wenn man sich erlaubt, richtig hinzusehen. Doch noch mehr als das … es ist ein Afrika voller Emotionen.

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