Lower Zambezi Nationalpark

Nach zwei Tagen verlassen wir das sehr schöne Lotri Bay Camp und fahren zum Eagles Rest Camp im Norden des Kariba Sees. Tom, der Betreiber, ist Deutscher und seit Jahrzehnten in Afrika. Wir verbringen einen entspannten Tag, sitzen noch lange mit Tom am Lagerfeuer am Strand, tauschen Geschichten aus. Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Lower Zambezi Nationalpark.

“Fahrt zu Kenny!”

Uns wurde zweimal das Mukuyu Camp von Kenny am Zambezi empfohlen und so ist unser nächstes Ziel klar. Das Camp ist Basic, kein Strom, einfache, aber funktionierende Dusche und Toilette, eine Bar. Wir sind die einzigen Gäste, werden sehr freundlich empfangen und können direkt auf grünem Gras nur fünf Meter vom Fluss campen. Es gibt eine große Feuerstellen und eine offene, überdachte Diningarea. Alles ist mit sehr viel Liebe gemacht und wir fühlen uns sauwohl. Am anderen Ufer liegt der Mana Pool Nationalpark in Zimbabwe. Von unserer Flußseite können wir Elefanten und Hippos sehen, die Löwen hören wir in den Abendstunden. Schätze, ich packe die “Mana Pools” mal auf meine To-Do-Liste.

Lower Zambezi Nationalpark

Den nächsten Tag nutzen wir für einen Game Drive in Richtung des Gates zum Lower Zambezi Nationalpark. Heute sitze ich mal auf dem Beifahrersitz des Landies – Joel fährt. Die Strecke ist okay, ein wenig offroad, wir brauchen etwas mehr als eine Stunde. Wir testen schon mal die anstehende Flussdurchfahrt – easy. Es gibt Elefanten, Paviane, Zebras, Impalas und andere Antilopen, alles noch außerhalb des eigentlichen Parks. Sehr schön. Später im Camp wird für uns schon mal Feuer gemacht, der Tag klingt entspannt aus. Am nächsten Morgen geht’s dann in den Lower Zambezi Nationalpark hinein.

Wir fahren am Chongwe Gate im Südwesten in den Park. Der Eintritt kostet pro Person mit Fahrzeug $ 45,-. Schon ein stolzer Preis! Der Park ist von Süden nach Norden ca. 120 Kilometer lang. Circa bei der Hälfte der Strecke kann man nach Norden abbiegen und durch die Berge aus dem Park fahren. Die Strecke soll aber etwas schwierig sein, wir entscheiden uns also für die gerade Piste Richtung Luanga. Heute keine Lust auf “heavy offroading”.

Im Park

Die erste Hälfte ist gut zu fahren. Wir biegen immer mal wieder von der Hauptstraße ab, müssen uns den Weg suchen. Dafür entdecken wir tolle Plätze am Fluss, wo man prima campen könnte. Was offiziell verboten ist. Überhaupt gibt es im Park keine freien Campsites, nur Lodges und Camps die man vorab buchen muss. Und die richtig Geld kosten. An der „Hippo City“ am Fluss verschätze ich mich dann mit dem Untergrund und stecke schön tief im Matsch fest. Keine 10 Zentimeter vor festem Untergrund. Es hilft nichts, Joël muss mich rausziehen. Winde hätte auch funktioniert, aber so geht’s schneller. Im ersten Versuch reißt der kinetische Bergegurt, im zweiten Versuch klappt es. Von einem Toyota Hilux gerettet, wie peinlich … 😂.

Der zweite Teil des Parks – es sind rund 60 Kilometer bis zur Teerstraße – ist nicht tierreich. Vereinzelt gibt es Impalas im Busch und jede Menge Mücken und Fliegen. Es geht durch dichten Bewuchs, dann Wälder. Eine schöne Strecke, teils felsig und immer wieder geht es steil in trockene, aber sandige Flussbetten hinab. Somit auch steil wieder raus. Kein Problem für Mensch und Maschine, aber wir kommen langsam voran. Es ist dann doch echtes Offroad-Fahren, wenn auch nicht extrem schwierig. Stand heute eigentlich nicht auf dem Plan. Zwischendurch gibt es allerdings auch immer wieder Strecken auf denen man Gas geben kann. Das heißt 30 km/h und hoffen das man nicht in einen Elefanten bumst.

Leichter Zeitdruck

Wir merken, es wird wieder spät. Das Gate auf der anderen Seite schließt um 18 Uhr. Dann meldet sich Joël hinter mir über das Funkgerät, er hat ein komisches Geräusch gehört. Es stellt sich raus, er hat einen Platten. Gute Stelle für eine Reifenpanne. Die Pfad ist zwei Meter breit und drumherum dicht bewachsen. Löwen soll es auch geben, super Sache! Also heißt es Reifen wechseln; nach 45 Minuten ist der Hilux wieder klar und es geht weiter.

Jetzt wird es langsam wirklich eng mit der Zeit. Irgendwann treffen wir dann auf einen einheimischen Fahrradfahrer (nein, nicht fragen, höchstens wundern). Es wären noch ca. 1,5 Kilometer bis zum Gate. Schaffen wir. 20 Minuten später sind wir auf der Teerstraße. Kein Gate weit und breit. Lustig. Ein Schelm wer Böses denkt … aber könnte man nicht von Nordosten in den Park fahren, vier Stunden offroaden, dann Tiere sichten, am Fluss schön campen und dann vielleicht auch im Norden raus? Da ist auch kein Gate. Spart zumindest 45 USD. Und im Park kann keiner kontrollieren, ob man wild campt. Nur so Gedanken … ich würde sowas natürlich nie im Leben tun … 😉.

Ab zur nächsten Campsite

Als wir die Teerstraße erreichen hat die Dämmerung schon eingesetzt. 10 Minuten später ist es dunkel. Und so geht es wieder mal durch die afrikanische Nacht bis wir nach fast einer Stunde das Bridge Camp am Luanga River erreichen. Was für ein Tag, aber schön war’s schon.

Lohnt sich jetzt der Lower Zambezi Nationalpark? 45 USD sind schon viel. Tiere haben wir einige gesehen, aber auch keine Massen. Die Strecke ist schön, teils auch anstrengend. Unterm Strich war es für mich ein weiteres Abenteuer in Afrika, was ich nicht missen möchte.

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