September 22, 2021

Kalahari, San und Dünen

Nachdem ich in den letzten Tagen mehr auf mein Auto achten musste, statt auf die geile Landschaft, bin ich endlich wieder unterwegs. Keine Großstadt mehr, keine Werkstätten, keine Ersatzteile mehr organisieren. Das sich das schon bald wieder ändern wird, ahne ich da noch nicht. Jetzt ist aber erstmal Kalahari, Buschmänner – oder San genannt – und jede Menge Dünen angesagt.

Südwärts

Und so rollen der Landy und ich gen Süden. Getränke tanken in Rehobot, Benzin in Mariental. Dann links an zur Lapa Lange Lodge am Rande der Kalahari. Nice place, nach sechs Wochen campe ich mal wieder auf echtem, grünen Gras. Am Wasserloch gibt es Springboks, Gnus, Eland und zwei Breitmaulnashörner – genieße ich mit nem schönen kalten Pils.

Nebenbei erwähnt, die Kalahari wird häufig fälschlicherweise als Wüste bezeichnet, ist jedoch geologisch betrachtet eine Savanne. Wegen der Dünen und dem roten Sand, darf man das aber sicherlich mal verwechseln ;-). Die Kalahari erstreckt sich beidseitig des südlichen Wendekreises von der südafrikanischen Provinz Nordkap durch Namibia und Botswana über eine Fläche von über einer Million Quadratkilometern. Also nicht ganz klein …

San Kultur in der Kalahari

Am nächsten Morgen geht’s etwas raus aus dem Camp zum Bush-Walk mit drei San und einem Guide der übersetzt. Ist mit N$ 450,- für rund eine Stunde etwas überzogen wie ich finde. Und – ich nehm‘s mal vorweg – natürlich ein touristisches Spektakel. Keine Ahnung, ob die drei San nach der Tour wieder in Jeans und T-Shirt springen, auf jeden Fall ist es ein Job für die.

Macht aber nicht, war trotzdem cool. Die San nennt man übrigens auch Buschmänner. Was nicht ganz passend ist, den natürlich gibt es auch Frauen, was dann Buschfrauen wären? Oder Buschmännerfrauen? Beide Begriffe gibt es aber nicht, daher bleiben wir beim Namen, den sie sich selber geben: San.

Die drei stellen sich ordentlich mit Händedruck und Namen vor, alles zu kompliziert für mich. Außerdem ist San wiedermal eine Sprache mit Klicklauten wie Xhosa und Damara auch. Da bin ich chancenlos. Man erklärt mir viel und mit zeigen und demonstrieren verstehe ich einiges auch ohne Übersetzung.

San Technology

Ich lerne das man kleine Nüsse von einem Baum essen kann, die Blätter des selben Baumes helfen aufgekocht gegen Magenschmerzen. Die Samen eines anderen Baums dienen als Tabak, der bei weiten Strecken und ohne Nahrung den Hunger vertreibt. Kenne ich als Raucher 😉. Dann wieder gibt es bohnenartige Früchte, deren Samen getrocknet und gemahlen einen guten Kaffee ergeben. Für mich sieht fast alles gleich aus, aber erstaunlich wie die San das alles unterscheiden und sich jedes Stück Natur zu Nutze machen. Es gibt bestimmte Sträucher, deren dicke Wurzeln Wasser speichern, die San erkennen die sofort; ich wäre an jedem vorbeigelaufen.

Ich lerne außerdem ein wenig Fährtenlesen, bekomme gezeigt wie gejagt wird und wie die erfolgreiche Jagd gefeiert wird. Nach rund 75 Minuten sind wir wieder im Camp, die drei verabschieden sich sehr höflich, bedanken sich für meine Zeit und bedauern das die mir nicht mehr zeigen konnten. Knaller, letztendlich doch ein schöner und spannender Ausflug.

Ich breche meine Zelte ab, möchte weiter in die Kalahari fahren. Next Destination: Red Dune Camp.

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