Oktober 21, 2021

Sambia und Botswana haben einen gemeinsamen Grenzposten. Wir fahren über die neue Kazungula Bridge, parken, werden von sogenannten „Fixern“ umringt. Fixer helfen gegen Bezahlung die Formalitäten an der Grenze zu erledigen. Sollte man niemals machen, schon garnicht seinen Reisepass aus der Hand geben. Wir parken nochmal um, betreten das neuen hochmoderne Gebäude in dem sich der Zoll und weitere Stellen befinden. Es beginnt eine abenteuerliche Reise …

Als erstes wird der Ausgangsstempel auf Botswana Seite in den Pass gedrückt. Dann geht’s zum Zoll. Die Fahrzeugpapiere werden genau geprüft, Fragen gestellt, alles wird sehr genau genommen. Ist gut, dauert aber. Dann geht es zum Covid Screening. Der Test wird gecheckt, die Daten erfasst. Dann Road Tax bezahlen, kostet $ 20,-. Als Nächstes dann Visa holen. Es gibt Single Entry, Double Entry, Multiple Entry und Kaza Visa. Ich entscheide mich fürs Kaza Visa. Kostet $ 50,- und erlaubt mir unbeschränkt innerhalb vier Wochen auch nach Zimbabwe einzureisen. Diesmal nix mit Stempel, ein fetter Aufkleber wird über einige alte Stempel drübergeklebt. Auch gut, spart eine Seite im schon recht vollen Reisepass.

Dann geht es zu einem weiteren Schalter: Interpol und anderes. Wieder werden Pass und Fahrzeugpapiere kontrolliert, ein Zettel muss ausgefüllt werden. Und es dauert wieder. Danach überprüft der Beamte meine Fahrgestellnummer (VIN) am Fahrzeug. Passt. Wieder rein ins Gebäude, mit dem gestempelten Zettel und meinen Unterlagen wird wieder irgendwas erfasst, keinen Plan was die machen.

An einem weiteren Schalter muss dann „Carbon Tax“ und Maut für die Brückennutzung bezahlt werden. Ich überzeuge den Onkel, das ich einen normalen PKW und keinen 4×4 Van fahre, spare 100,- Kwacha, ca. € 5,-. In Summe zahle ich 680,- Kwacha. Gut das am Grenzübergang ein Geldautomat ist, den außerhalb Sambias bekommst Du die lokale Währung halt nicht.

Es geht weiter. Fahrzeugkontrolle. Motor- und Fahrgestellnummer werden genau überprüft. Ist ein Problem. Mein Wagen ist zwar korrekt in Südafrika registriert und die Motornummer steht auf dem Lizenzaufkleber, aber in der Fahrzeugregistrierung (Proof of Ownership) noch die Nummer von dem alten Motor, der mir verreckt ist. „Police Clearance“, der Nachweis das der Motor und das Fahrzeug nicht gestohlen sind, habe ich zwar in zwei Varianten mit beiden Nummern, aber eben nicht auf der Registrierung. In Pretoria hat man vergessen diese neu auszudrucken. Und es war wieder Freitag und ich musste am Sonntag das Land verlassen.

Wir lösen das Problem auf die afrikanische Art. Freundlich sein, sich entschuldigen, für den Hinweis bedanken … und 60,- US Dollar wechseln unter der Hand den Besitzer. Von 100,- US Dollar runtergehandelt.

Nach 2,5 Stunden haben wir dann alle Formalitäten erledigt und können Fahren. Am Gate müssen wir nochmal alle Papiere, den Pass und die Fahrgestellnummer kontrollieren lassen, warum weiß kein Mensch. Ausfahrtgebühr sind dann nochmal 40,- Kwacha und dann öffnet sich endlich die Schranke und wir sind in Sambia.

Ich muss erwähnen, das an der Grenze nichts los war. Wir vier waren fast die einzigen, erst später kam eine Gruppe Afrikaner. Was machen die, wenn da mal ein paar hundert Touristen über die Grenze wollen? Glaube dann kann man einen kompletten Tag einplanen. Andere, kleinere Grenzen sind möglicherweise einfacher, aber von Botswana nach Sambia gibt es halt nur diesen einen. Und der ist vermutlich auch noch ein Vorzeigeobjekt.

Nach Livingstone, der nächst größeren Stadt und direkt an den Viktoria Fällen gelegen, ist es nochmal eine Stunde Fahrt. Nochmal kurz in der Stadt einkaufen, dann checken wir an der Waterfront Campsite direkt am Sambezi ein. Kurzes schnelles Abendessen, Lagerfeuer, ein bisschen quatschen und dann geht’s ins Bett. War ein langer, anstrengender Tag – aber cool. Das Sambia Abenteuer kann beginnen.

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