Juni 24, 2021

Trip in die Baviaanskloof

Ich verabschiede mich von Wolfgang und Verena, die beiden verbringen die Nacht oben am Swartbergpass, ich fahre den Pass runter nach Prince Albert – tanken und Vorräte kaufen. Danach geht’s weiter nach Osten Richtung Wilmore, wo ich die Nacht auf einer Farm außerhalb verbringe. Guter Stop bevor man in die Baviaanskloof hineinfährt.

Aufbruch in die Baviaanskloof

Der Tag ist leicht wolkenverhangen, was aber tolle Fotos ergibt. Blau-grauer Himmel, dunkle Wolken, dahinter die Berge – WOW! Und wiedermal eine schöne Strecke in die Kloof hinein. Wie das aussieht, hättet Ihr fast in einem Video gesehen, leider hat mir die Dropbox die Files gekillt – schade!

Die Strecke ist gut zu befahren, was nervt sind immer wieder kilometerlang diese kleinen fiesen Bodenwellen (engl.: corrigation). Da rüttelt es einen komplett durch, so das man fast Angst hat der Wagen bricht auseinander. Die Einheimischen brettern mit vollem Speed von 80 km/h (oder mehr) da drüber. Ich habe mich schon vor Wochen dafür entschieden, das langsam das neue Schnell ist und Rolle da gemütlich drüber. Was das Rütteln zumindest einigermaßen erträglich macht. Außerdem ist es materialschonender.

Die von mir ausgesuchte Campsite hat dann schonmal kein Camping mehr im Angebot. Also fahre ich ein wenig zurück, die Makedaat Campsite sieht gut aus. Und hier kann man eine Wanderung zu einem wohl spektakulären Wasserfall machen. Aber: Wieder nix mit Camping und mich einfach so dahinstehen möchte ich mich auch nicht. Also „draufgeschissen Coleman“ (für alle die, die noch „Die Glücksritter“ mit Eddy Murphy kennen), ich fahre erstmal Richtung Wasserfall. Anmerkung: Die meisten Campingplätze in der Baviaanskloof existieren nicht mehr, es gibt eigentlich nur noch Uitspan am Anfang und Doringkloof kurz vor dem Nationalpark.

Alte Bekannte

Auf dem Weg dorthin kommt mir ein weißer Toyota Hilux entgegen: Christine Aquilina, mit der ich – unter anderem – Sylvester verbracht habe. Südafrika ist ein Dorf. Tja, Sie wollte die Wanderung machen, alleine aber wohl zu gefährlich, also machen wir das doch zu zweit.

Es heißt 90 Minuten Hinweg, ich verstehe das man einmal nach 3,7 Kilometern etwas schwimmen muss – circa 10 Meter – und es dann noch rund 500 Meter klettern durch das Flussbett ist. Klingt easy, war es aber nicht.

Christine gibt nach rund drei Kilometern und 1,5 Stunden auf und entscheidet sich für Schwimmen in einem der natürlichen Pools. Ich kämpfe mich weiter, nach rund 15 Minuten bin ich an einem Pool. Statt Schwimmen klettere ich an der linken Seite vorbei, die Beine knietief im Wasser, mit den Fingerspitzen halte ich mich an kleinen Rissen im Fels fest. Nicht ungefährlich, wenn ich zurückblicke, aber ich kriege es hin. Dann heißt es durch das Flussbett klettern, sich den eigenen Weg suchen und immer wieder auf dem Hintern Felsen runterrutschen. Trotz guter Trekkingschuhe ist das alles andere als ein Kindergeburtstag. Für vielleicht 500 Meter brauche ich 30 Minuten, dann sehe ich einen weiteren Pool von vielleicht 15 Meter Länge, hier ist definitiv Schwimmen angesagt. Dahinter sind noch größere Felsen. Hier ist die Reise zu Ende. Zu gefährlich alleine und am Wasserfall wäre ich dann vielleicht um 16:00 Uhr, 2,5 Stunden zurück, die Sonne geht langsam unter … das macht keinen Sinn. Schade, aber vernünftig.

Auf dem Rückweg sammele ich eine entspannte Christine ein und wir wandern gemütlich zum Auto zurück. Wir beide freuen uns auf etwas zu Essen und ein Glas Wein, welches wir gemeinsam im Uitspan Camp genießen. Das Hin- und Hergefahre wird mich am nächsten Tag noch einholen, wenn wir in das Naturreservat der Baviaanskloof fahren … weiter im zweiten Teil.

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