Juni 24, 2021

Mein Reisemobil: Landrover Discovery 1

Ja, das isser. Mein Reisemobil: Landrover Discovery 1. Baujahr 1995, Erstzulassung 1997. V8, 3,9 Liter Motor … was ein wenig dünn ist, aber es geht. Sound? Vom Allerfeinsten ;-).!!!

Für meinen Trip durch`s südliche Afrika und ggf. auch weiter habe ich mir einen Landrover Discovery 1 gekauft. Blind, über`s Internet, ohne das Teil gesehen zu haben. Wäre auch ohne Corona-Krise mit Probefahrt und so nichts geworden, das Landy steht auf einer Farm außerhalb von Windhoek / Namibia. Ist übrigens definitv günstiger ein Fahrzeug zu kaufen, als eins über den langen Zeitraum zu mieten. Ein vollausgestattetes Allrad-Fahrzeug kostet ca. € 700-800,- pro Woche … das wird dann irgendwann teuer.

Ist das bekloppt? Absolut. Beziehungsweise eigentlich bekloppt. Hier habe ich das Auto auf einem deutschen Portal gefunden, der Verkäufer ist Deutscher und so klein ist die Welt – er ist in der Stadt in der ich momentan lebe geboren und aufgewachsen. Bei soviel Zufällen kann nichts schlechtes bei raus kommen und somit war mein Bauchgefühl auch gut. Die ganze Story kann ich ja mal am Lagerfeuer erzählen … es gab dann doch einige Probleme mehr als gedacht und der Spaß hat mich einiges mehr an Geld gekostet als geplant. Aber gut, man kann jetzt weinen, das Teil wieder verkaufen und neu investieren oder man pumpt die Kohle in die Karre … was in Namibia und Südafrika eigentlich noch verhältnismässig günstig ist.

Also, der Landrover ist bereits mit allem Wichtigen ausgestattet, was meine Kaufentscheidung natürlich begünstigt hat. Höhere Federbeine, vier Ersatzkanister à 20 Liter, Sandbleche, Highlift-Jack, Schaufel, Campingausrüstung (oder was der Verkäufer Campingausrüstung nennt, ich sag nichts dazu), Solaranlage, zweite Batterie, Kühlschrank, … alles schon drin. Brauche ich nur noch ein Dachzelt. Im Outdoor Centre in Windhoek installiert man mir ein Dachzelt von „EasyAwn“, ein durchaus gängiges Model. Gewicht ca. 65 kg, Preis ist mit € 800,- okay. In Südafrika wäre es ein wenig günstiger gewesen.

Ich denke darüber nach eine Winde zu installieren, schaden kann`s nicht. Bis dahin muss es im schlimmsten Fall mit dem Highlift-Jack und Seilen gehen. Zweites Ersatzrad wäre ein Gedanke, aber andererseits ist das noch mehr Gewicht und irgendwie denke ich einer muss reichen. Auf dem Dach habe ich ja schon das Zelt,  die vier Jerry Cans, ein Solarpanel, Brennholz und etwas anderen Kleinkram.

Der Landrover hat „nur“ einen 85-Liter-Tank, zusammen mit den vier Jerry Cans komme ich auf 165 Liter Benzin, denke da kann man auch mal ein bißchen abgelegener unterwegs sein. Alles andere ist eine gute Planung.

Dann gibt es noch ein Vorzelt beziehungsweise eine Sonnenmarkise („awning“) damit man es sich mit einem „Sundowner“ abends gemütlich machen kann und damit einen tagsüber die afrikanische Sonne nicht komplett erschlägt. Oder der Regen. Ich stelle im Nachhinein aber fest, das auch das ein billiges 08/15 Teil ist und sich alleine richtig scheiße aufbauen lässt. Egal.

Reden wir mal über Energieverbrauch, also quasi Strom. Da müssen schon einige Dinge mal im Fahrzeug geladen werden, ist halt nicht überall Strom verfügbar. Kamera, Drone, Gimbal, Laptop, Kühlschrank, Kompressor, Navi, Handy,  … saugt alles Energie weg. Deshalb hat der Disco eine zweite AGM-Batterie zusätzlich zur normalen Starterbatterie. Beide Batterien laden sich einmal über die Lichtmaschine und zum anderen über die Solarpanels (davon habe ich drei). Macht eine Batterie mal blöd, kann ich per Switch auf die andere umschalten. Ist irgendeine südafrikanische Raketentechnologie, aber egal solange es funktioniert ;-). Die insgesamt 150 Watt reichen aus, um den Kühlschrank auch ohne Sonne 2-3 Tage zu betreiben.

Da ja in so einem Fahrzeug selten genug Anschlüsse für alles vorhanden sind und man vor 25 Jahren noch keine USB Buchsen in Fahrzeugen verbaut hat, gibt es zum einen mal USB-Verteiler für den Zigarettenanzünder, zum anderen einen „aus eins mach drei“ Zigarettenanzünder-Verteiler oder Hub oder keine Ahnung wie man das nennt. Ich habe auf jeden Fall mit dem Teil drei Zigarettenanzünder-buchsen plus viermal USB. Verteilt auf zwei Batterien, sollte passen.

Für die Zukunft denke ich über einen Inverter nach mit echter Euro-Steckdose nach, aber erstmal muss das reichen. Und solange die Sonne scheint – wovon man in Afrika zu weiten Teilen ausgehen kann – laden die Solarpanels ja auch im Stand die Batterien.

Was haben wir noch? Einen 50-Liter Wassertank. Zum Kochen, zum Waschen, zum Trinken. Reicht ein paar Tage. Und natürlich eine mobile Solardusche in Form eines Wassersacks der Schweizer Armee, nochmal 20 Liter Fassungsvermögen. Kann man im schlimmsten Fall auch als Wagenheber benutzen, das Ding ist quasi unzerstörbar, es sei denn man hat mehr als 3-4 Tonnen Gewicht.

Mittlerweile sind ein paar Reparaturen angefallen:

  • Neue Zylinderkopfdichtungen
  • Kühler geschweißt
  • Neuer Kühlschlauch (in Nordnamibia blöderweise geplatzt)
  • Kühlerabdeckung individuell angefertigt
  • Motorhauben Schloß repariert und neues Kabel zum Öffnen verbaut
  • einige Dichtungen erneuert
  • Neuer Anlasser
  • Neuer Startermotor + Magnetschalter
  • Neuer Ersatzreifen mit Halterung nun an der Hecktür (den alten Reifen habe ich verloren oder er wurde geklaut)
  • Neue Schienen für meine Schubladen im Heck

Wie man sieht, es gibt immer noch etwas zu tun. Mittlerweile rege ich mich über sowas aber nicht mehr auf. Meine Wunschliste ist auch noch lang, zum Beispiel fehlt mir eine Winde. Leider heißt das auch neue Stoßstange vorne um die Winde zu verbauen … das lassen wir also erstmal.

Updates zu meinem Landy gibt es von Zeit zu Zeit hier, ich informiere entsprechend …

Ein Gedanke zu “Mein Reisemobil: Landrover Discovery 1

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